Die Halsbandaffaire

Aus Stefanie Oberhoff
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...und eine hauchdünne Scheibe getrocknetes Hirn eines großen deutschen Dichters ...

Eine magische Verblendung sehr frei nach Goethes „Der Groß-Cophta“ Zauberhaftes Figurentheater und atemberaubende Magie


Glaube mir, unsere moralische und politische Welt ist mit unterirdischen Kellern, Gängen und Cloaken miniret, wie eine große Stadt zu seyn pflegt, und an deren Zusammenhang wohl niemand denkt und sinnt. Nur wird es dem, der davon einige Kundschaft hat, viel begreiflicher, wenn da einmal der Erdboden einstürzt, dort einmal ein Rauch aus einer Schlucht aufsteigt, und hier wunderbare Stimmen gehört werden. (Goethe an Lavater) Mächtige IntrigantenDie Halsbandaffäre war ein Betrugsskandal am französischen Hof von 1785-1786, in die Gräfin de la Motte, der Kardinal Rohan und Cagliostro - der größte Scharlatan des Jahrhunderts - verwickelt waren. Goethe nimmt diese historische Begebenheit als Grundlage für sein Lustspiel „Der Groß – Cophta“, mit dem er den Menschen ermöglichen wollte „sich aufzuklären, also mündig zu werden“. Wir wollen ihm dabei helfen...


... es ist nur Glas ...

Besetzung:

Spiel:

Stefanie Oberhoff, Lambert Mousseka
Sabine Effmert, Nils Bennett

Magie:

Nils Bennett (Deutscher Meister der Manipulation 1997)

Text:

J. W. v. Goethe und andere

Assistenz:

Sabine Effmert

Regie:

Marcel Keller


Inhalt:

Ein wertvolles Juwelencollier, gefälschte Briefe, gewaltige Summen wirklichen Geldes und Magie der Suggestion sind die Ingredienzien der „Halsbandaffaire“, in die Vertre- ter aus französischem Adel und Klerus sowie der größte Scharlatan des Jahrhunderts Cagliostro Ende des 18. Jahrhunderts verwickelt waren. Ein Menuett aus Siegern und Verlierern mit schnell wechselnden Positionen, dessen Schrittfolge bis heute nicht ge- klärt ist. Goethe macht aus der historischen „Halsbandaffaire“ sein Lustspiel „Der Groß–Coph- ta“, mit dem er den Menschen ermöglichen wollte „sich aufzuklären, also mündig zu werden“, denn „glaube mir, unsere moralische und politische Welt ist mit unter- irdischen Kellern, Gängen und Cloaken miniret, wie eine große Stadt zu seyn pflegt, und an deren Zusammenhang wohl niemand denkt und sinnt. Nur wird es dem, der davon einige Kundschaft hat, viel begreiflicher, wenn da einmal der Erdboden ein- stürzt, dort einmal ein Rauch aus einer Schlucht aufsteigt, und hier wunderbare Stim- men gehört werden.“ (Goethe an Lavater).



Presse:

Die Vier haben sich in eine Alchimistenküche begeben, die der des Zaubermeisters Cagliostro in nichts nachsteht. Aber wo dieser eher Lug und Trug produziert, da ge- lingt dem Quartett schon Edles. Kein Gold, kein Geschmeide steht am Ende ihrer Be- mühungen, sondern phantasievolles Figurentheater mit Witz, Esprit und guten Ideen. ... Dieses Spiel der Spieler aus unterschiedlichen Kulturen ist kurzweilig und interes- sant, spielt auf unterschiedlichen Ebenen mit Schauspielern und Figuren, dass es eine Art hat. Ludwigsburger Zeitung Höfische Kostüme, Figuren mal zierlich und klein, mal in Menschengröße oder auf Rol- len eines Bürostuhles statt auf Beinen, Zauberei und Mysterien - was will man von Fi- gurentheater mehr? All das bietet die internationale Produktion „Die Halsbandaffaire“ im Fitz. Stuttgarter Zeitung Diesen kunstvollen Theaterspaß sollte man sich nicht entgehen lassen. Stuttgarter Naxchrichten



Thomas Bernhardt über Goethe:

Goethe ist im Grund nichts anderes, als der Heilpraktiker der Deutschen, der erste deutsche Geisteshomöopath. Das ganze deutsche Volk nimmt Goethe ein und fühlt sich gesund. Aber Goethe ist ein Scharlatan, wie die Heilpraktiker Scharlatane sind, und die Goethesche Dichtung und Philosophie ist die größte Scharlatanerie der Deutschen. Allen verdirbt er den Magen, nur den Deutschen, sie glauben an Goethe wie ein Weltwunder. Dabei ist dieses Weltwunder nur ein philiströser philosophischer Schrebergärtner. Seine Theaterstücke sind gegen die Stückes Shakespeares beispielsweise so gegeneinander zu stellen wie ein hochgewachsener Schweizer Sennhund gegen einen Frankfurter Vorstadtdackel. Goethe ist der Totengräber des deutschen Geistes.

Fotos: Corinna Jacobs