Die Reise zum Mond

Aus Stefanie Oberhoff
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Über einen Menschen, der auf der Flucht vor sich selbst im Nichts landet
nach einem Text von Lambert Mousseka

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Wenn der Mond nicht über der Erde steht, dann ist er wohl unter der Erde ...
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Hommage an Gustav Mesmer, Georges Méliès und den Schwingflugverkehr von Buttenhausen nach Langenenslingen


Vor langer Zeit kamen Worte zu mir, sie standen auf einmal da, mit Tränen in den Augen und baten darum verwendet zu werden.
Bitte! Bitte! Benutze uns!
Ich fand keinen Platz für sie - nicht einmal am Ende eines Satzes.
Bitte! Bitte! flehten sie. Und ich bin vor ihnen geflohen, über die vier Berge, die unser Dorf umgeben und habe nichts zurückgelassen, nichts als meine tote Familie.
Die winselnden Worte haben mich verfolgt und jetzt lebe ich mit ihnen zwischen den Dingen, und aus den Dingen baue ich ein Gefährt, mit dem ich in andere Welten fliegen kann um ihnen zu entkommen.

(Lambert Mousseka. Aug 2007, Lomé. Togo)



Text & Spiel: Lambert Mousseka
Regie: Hendrik Mannes
Ausstattung & Animation:Stefanie Oberhoff
Magische Beratung: Andreas Meinhardt alias Nils Bennett
Produktionsleitung: Sabina Husicic



„Die Reise zum Mond“ ist ein poetisches Spiel mit Sehgewohnheiten:
Alte afrikanische Mythen verbinden sich mit Statements aus modernster Technik zu theatralen Rätseln. Ob nun zu Wasser, zu Land, in der Luft oder gar unter der Erde, der luzide Erzähler und sein aufmüpfiges Alter Ego - eine Figur, die besessen eine abenteuerliche Maschine konstruiert, um dem Mond nahe zu kommen – scheuen keine Konfrontationen:
Nicht mit dem kraftlosen Löwen, nicht mit der einsamen Frau, nicht mit dem Baum, der Goldbarren unter seinen Wurzeln behütet, nicht mit dem Kreateur und schon gar nicht mit dem Zuschauer. Mittels einer einzigartigen Mischung aus traditioneller Erzählkunst, magischen Voodoo-Fakes und gewagter Neuberechnung der Raumfahrt überwinden sie mit Leichtigkeit die Schwerkraft der Fantasie.