UBU-Variationen

Aus Stefanie Oberhoff
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UBU-Variationen:

Ein soziokulturelles Theater- und Performanceprojekt zur Banalität des Bösen

Eine Produktion von coac / crossoverart concepts und der Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg in Kooperation mit der Kunstschule Labyrinth, dem Institut für Theatertherapie und der Sozialtherapeutischen Anstalt Baden-Württemberg auf dem Hohenasperg

Künstlerische Leitung: Fabian Chyle, Ingrid Lutz, Stefanie Oberhoff

Gefördert durch den Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg.


Wir laden Sie ganz herzlich zur Inszenierung „UBU-Variationen“ ein, die am Samstag, den 30. April um 11.30 Uhr und um 15.00 Uhr in der Sozialtherapeutischen Anstalt auf dem Hohenasperg gezeigt wird.

„UBU-Variationen“ geht zurück auf das Skandalstück „König Ubu“ von Alfred Jarry. In dieser Revue aus dem Jahr 1896, die Züge des absurden Theaters trägt, geht es um die Banalität und „Normalität“ von Gewalt und Willkür. Die Hauptfigur „Vater Ubu“ ist feige, gefräßig und machtbesessen und verharrt anfangs in angststarrer Trägheit, die nur gelegentlich durch willkürliche Gewaltexzesse unterbrochen wird. Angestiftet von seiner Frau, der es gelingt seine Brutalität zu kanalisieren, macht er sich hinterhältig durch Mord und Gewalttätigkeit zum König und errichtet als „König Ubu“ eine Schreckensherrschaft, in der er seine Allmachtsphantasien hemmungslos verwirklichen kann. „Ubu“ als Ausgeburt des Bösen ist zugleich lächerlich und banal und gerade aus diesem Grund gefährlich.

Gewalt und Herrschaft ist von gesellschaftlicher Brisanz. Man muss nicht erst nach Libyen oder an die Elfenbeinküste schauen, um Formen der Willkür und Gewalt zu finden. Auch in unserem Zusammenleben ist Gewalt ein Thema, das die Nachrichten bestimmt. Man denke nur an die Gewaltübergriffe in U-Bahnen, Kindesmisshandlungen innerhalb von Jugendorganisationen oder anti-muslimische Hetzparolen. In „UBU-Variationen“ wird dieser Themenkomplex vor dem Hintergrund der historischen Vorlage und den persönlichen Erfahrungen der DarstellerInnen beleuchtet und die Frage nach dem Bösen im Menschen und seiner Faszination gestellt. Unter der Leitung der Künstler und Pädagogen Fabian Chyle, Ingrid Lutz und Stefanie Oberhoff zeigt die Produktion „UBU-Variationen“ 3 Variationen von Alfred Jarrys Stück, die mit 3 unterschiedlichen Gruppen - Jugendlichen, Frauen und Strafgefangenen - erarbeitet wurden. Am Ende einer kurzen, aber intensiven Probenzeit, in der die 3 Gruppen unabhängig voneinander das Thema erforschten, steht die Präsentation der Ergebnisse. Es sind 3 unterschiedliche Interpretationsansätze entstanden, die mit theatralen und performativen Mitteln umgesetzt werden und szenisch ineinander greifen. Die Aufführungen werden von einem moderierten Publikumsgespräch begleitet.

Beide Vorstellungen von „UBU-Variationen“ finden in der Sozialtherapeutischen Anstalt auf dem Hohenasperg (Schubartstraße 20, 71679 Asperg) statt. Aus diesem Grund ist die Zuschauerzahl begrenzt und der Besuch einer Vorführung ausschliesslich mit Voranmeldung möglich. Der Eintritt kostet 8 Euro. Des Weiteren möchten wir Sie darüber informieren, dass der Zugang zum Gefängnis nur mit diesem Einladungsschreiben und einem gültigen Personalausweis möglich ist. Handys und Fotoapparate sind in der Sozialtherapeutischen Anstalt nicht erlaubt (bitte im Auto bzw. zu Hause lassen). Bitte reduzieren Sie Ihre persönlichen Gegenstände auf ein Minimum. Treffpunkt ist jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung, also um 11.00 Uhr bzw. 14.30 Uhr, am Eingangstor der Sozialtherapeutischen Anstalt. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, bitten wir Sie pünktlich zu sein.


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